Open Source und Freeware

Die grösste Revolution seit Ende der 1980er Jahre ist wohl die Entwicklung im Softwarebereich und die damit verbundenen Schlagwörter Freeware und Open Source.

Selbstverständlich hat sich auch im Bereich Hardware einiges getan. Dünner, leichter, schneller, günstiger sind dort wohl die beliebtesten Attribute.
Das ist allerdings nicht mehr als man von Technik und dem Fortschritt erwarten kann.

Die Software hat allerdings einen viel grösseren Schritt gemacht. Für die meiste Kaufsoftware gibt es inzwischen kostenlose Alternativen, sogenannte Freeware.

In den letzten fünf Jahren ist der Begriff Open Source verstärkt aufgetreten und hat Freeware fast verdrängt. Völlig zu Unrecht! Freeware und Open Source haben nämlich nicht direkt etwas miteinander zu tun.

Nachfolgend einige grundlegenden Informationen.

Freeware

Freeware beschreibt lediglich die Kosten der Software.

Wenn etwas mit Freeware bezeichnet wird, dann bedeutet das nicht, dass man die Software verwenden darf wie man gerade Lust dazu hat und auch nicht, dass man an der Software Änderungen vornehmen darf.

Des öfteren wird Freeware angeboten, welche nur im privaten Umfeld wirklich kostenlos genutzt werden darf und bei gewerblichem Einsatz eine kleine Lizenzgebühr fällig wird.

Natürlich sind allfällige Lizenzgebühren für Gewerbetreibende nur ein Bruchteil dessen, was kommerzielle Software sonst kosten würde. Diese Finanzierung hilft aber vor allem der Weiterentwicklung. Oft haben die Programmierer auf ihren Webseiten deshalb auch noch einen Spenden Button für Paypal oder ähnliches, dort können auch Privatpersonen gerne einen Obolus leisten, wenn Sie mit dem Produkt zufrieden sind.

Open Source

Open Source bezeichnet ausschliesslich die Lizenzierungsform unter welcher eine Software veröffentlicht wird.

Wenn etwas Open Source, also Quelloffen, ist, dann bedeutet dies, dass jeder Programmierer die Möglichkeit hat Änderungen am Code vorzunehmen oder zusätzliche Erweiterungen zu programmieren. Das bedeutet aber nicht, dass die Software deswegen kostenlos sein muss. Ein gutes Beispiel ist Red Hat Linux. Während praktisch alle anderen Linux Derivate wie Ubuntu, Mint, etc. kostenlos sind, ist dies bei Red Hat nicht der Fall.

Wobei man dies ein bisschen präzisieren muss. Die Open Source Lizenzen erlauben für gewöhnlich eine uneingeschränkte Weitergabe der Software. Auch das Vervielfältigen oder das kostenpflichtige Weitergeben einer eigentlich kostenlosen Software ist meist erlaubt.
In Wirklichkeit bezahlt man bei Open Source Software in erster Linie den Support und sichert sich so auch die Versorgung mit Sicherheitsupdates.

Für Open Source gibt es unterschiedliche Lizenzen, GNU/GPL ist sicher die bekannteste, daneben sind aber auch MIT oder CC stark vertreten.

Der “Nachteil” von Open Source Software ist oft der Support für Firmen. Die kommerziellen Hersteller wie Microsoft bieten teure Wartungsverträge an und verlangen für die Software selbst viel Geld. Da ist es für diese Unternehmen auch kein Problem genügend Mitarbeiter für den Support zu beschäftigen welche von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr das Telefon hüten um die Probleme der Anwender zu lösen.

Bei Open Source Projekten ist der Support an und für sich überhaupt kein Problem. Oft ist er sogar besser. Allerdings übernimmt die Community, also die Anwender und begeisterte Mitprogrammierer, den Support. Dort sitzt keiner zu Bürozeiten neben dem Telefon. Der Support findet vorwiegend über Foren, Chats und den Verweis auf die FAQ statt.

Wie aktiv eine Community ist, hängt von der Software ab. Zu LibreOffice oder GIMP bekommt man praktisch 24 Stunden am Tag Support, bei einem kleinen CD Brennprogramm gehts vielleicht auch einmal zwei Tage bis die Reaktion vom Programmierer kommt.

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